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Fahrbericht Abarth 595 Competizione

21. September 2015 von
Fahrbericht Abarth 595 Competizione Need4Speed Lifestyle GmbH

Wir fahren den Abarth 595 Competizione - wenn der Name zum Programm wird!

Allgemein wird der Abarth 595 gerne als Fiat 500 bezeichnet, was trotz der natürlich von Fiat stammenden Basis falsch ist, denn der Abarth trägt nicht den Firmennamen Fiat und rollt auch nicht vom selben Produktionsband.

Carlo Abarth, als italienischer Tuner besonders wegen seiner direkten und innovativen Art Automobile (meist) italienischer Herkunft zu tunen bekannt, war in Wirklichkeit kein anderer als der in Wien geborene „Koarl“ Abarth. Mit italienischer Staatsbürgerschaft und in Italien firmierend machte er sich einen Namen als Motorrad-Rennfahrer, Tuner und Sportwagen-Konstrukteur. Als Markenzeichen wählte er den Skorpion, weil er in dessen Sternzeichen geboren wurde. Abarth und seine Mannen demütigten im Rennsport ihre meist übermächtigen Gegner des Öfteren. Dies brachte dem vergleichsweise winzigen Squadra Carlo Abarth Team gerade in Italien sehr viel Sympathie entgegen.

Auch der Abarth 595 Competizione trägt stolz den Skorpion und auch er ist in der Lage größere, stärkere und wesentlich teurere Autos und deren Fahrer zu demütigen. Der auf der Plattform des Fiat 500 basierende Abarth wird von einem mittels Turbo befeuerten 1,4 Liter 16-Ventiler und über ein auf die Vorderräder wirkendes 5-Gang Schaltgetriebe in feurige Bewegung versetzt. Unser Testwagen, dessen Leergewicht mit 1.035 kg angegeben wird, war mit einem BMC Sportluftfilter ausgerüstet und ließ uns keine Sekunde an den angegebenen 180 PS zweifeln.

Die Sabelt -Sportsitze sind eng und sehr straff und beim Einsteigen verfliegen auch die letzten Zweifel ob es sich hier wirklich um ein ernsthaftes Sportgerät handelt. „Unser“ 595 war noch mit dem bei Abarth erhältlichen Esse-esse-Sportfahrwerk (Made by Koni) ausgestattet. Kein Serienfahrzeug das der Autor dieser Zeilen jemals fuhr war härter und kompromissloser abgestimmt!

Der 595 mit dem Esse-esse-Fahrwerk und den 205/40er Niederquerschnittreifen auf 17 Zoll Sportfelgen ist dermaßen hart, dass nach genau 200 Meter klar wird: der ist keinesfalls für Mutti und Einkaufsfahrten geeignet. Nein, absolut kein Stadtflitzer!

Der Charakter des 595 ist tatsächlich nur und ausschließlich auf „Competizione“ ausgerichtet. Der Kleine ist fordernd und will gedreht, gescheucht und aktiv gefahren werden. Denn nur dann ist er in seinem Element. Die 0 auf 100 deutlich unter 7 Sekunden glauben wir – auch mangels Messbox – gerne.

Ein Radio das alle Stückerln spielt ist vorhanden, wir wissen nicht wie gut es ist, denn es blieb ausgeschaltet um dem unglaublich erotischen Sound der 4 Rohr Sportauspuffanlage zu lauschen. Ein Traum wie der Abarth brabbelt. Laut, richtig laut.

Wie fährt er? Nun, er ist nicht nur brutal hart und laut sondern auch richtig schnell. Im Sport-Programm, das sich per Knopfdruck aktivieren lässt und des Autors bevorzugte Einstellung war, wird die Lenkung gestrafft und es scheint, dass auch das Ansprechverhalten knackiger ist. Allerdings ist Letzteres eine reine Vermutung. Jedenfalls wird im Sportmodus das TFT-Anzeigeinstrument positiv verändert und zeigt Längs- und Querbeschleunigung in „G“ an und die etwas nervige Verbrauchsanzeige verschwindet zu Gunsten einer Anzeige für die abgerufene Last.

Der 595 ist leicht flott zu bewegen. Richtig schnell und am Limit zu fahren, also etwas was wohl 90% der Alltagsfahrer nicht wirklich kennen, ist definitiv nicht einfach. Der 595 verlangt gerade im absoluten Grenzbereich eine kundige und vor allem flinke Hand. Das anfängliche Untersteuern weicht bei maximal möglicher Fahrweise einem kontrollierbaren Schieben über alle 4 Räder bis dann das Heck nach Außen drängt. Hier merkt man, dass am 595 fahrwerkstechnisch wirklich professionell abgestimmt wurde. In diesen Situationen lernt man die sehr direkte, straffe Lenkung zu schätzen. Werden aber Kurven zu schnell angefahren muss man die natürliche Reaktion schlagartig vom Gas zu gehen und eventuell leicht zu bremsen unbedingt unterdrücken, denn der 595 keilt richtig giftig mit dem Heck aus und wer dann nicht flink gegenlenkt und Zug auf die Vorderräder bringt bekommt massive Probleme. Das erinnert stark an den seligen Peugeot 205 GTI der im Grenzbereich beim Gaslupfen so manchen übermütigen Jüngling mit dem Heck voran in die Botanik schickte.

Natürlich passiert das nicht so schnell, denn der Grenzbereich ist von akzeptabler Breite, aber wer darüber hinausgeht wird es erleben. Versprochen! Dieses Verhalten ist typisch für schnelle Fronttriebler mit kurzem Radstand und tritt meist nur in engeren Kurven auf.

Sehr beeindruckend sind die Kurvengeschwindigkeiten in weiten, langgezogenen Kurven wo der 595 beachtlichen Speed erreicht und lange sehr ruhig bleibt um dann gleichmäßig über alle Räder nach außen zu drängen, was selbst bei Geschwindigkeiten deutlich über 150 sehr sanft und kontrollierbar geschieht.

Der Abarth verfügt auch über Fahrhilfen wie Stabilitätskontrolle, Torque Vectoring und Schlupfkontrolle. Diese lassen sich bis auf das TTC (Torque Vectoring Control) auf legalem Weg nicht deaktivieren, was angesichts des teils schwierigen Verhaltens im Grenzbereich nur logisch erscheint. Das ist kein Auto für den Filius zur bestandenen Matura!

Das TTC ist, und das verwundert, standardmäßig ausgeschaltet und muss bewusst aktiviert werden. TTC vermindert ein typisches Fronttriebler-Problem. Nämlich, dass beim Beschleunigen in Kurven, das kurveninnere Rad durchdreht und so möglicher Vortrieb verpufft. Aus physikalischen Gründen haben die kurvenäußeren Räder immer mehr Anpressdruck als die Kurveninneren. Das TTC vermindert das Durchdrehen des kurveninneren Rads und leitet mehr Kraft zum kurvenäußeren Rad, woraus verbesserter Vortrieb resultiert. Man spürt das aktivierte TTC (positiv) im Lenkrad, wobei gleich gesagt werden muss, dass der 595 in Anbetracht der relativ hohen Motorleistung vergleichsweise wenig Einflüsse an das Lenkrad weitergibt. Nur beim vollen Beschleunigen und gleichzeitigem Lenken ist deutlich mehr Kraft am Lenkrad notwendig.

Die notwendige Schlupfregelung ist sehr sportlich abgestimmt und nervt nie mit einer störenden Leistungsrücknahme. Eine turbotypische Verzögerung, auf neudeutsch „Lag“ genannt, ist besonders beim sportlichen Fahren deutlich zu spüren und wird vielleicht von Leuten die besonders flink im knackig und fein zu schaltenden 5-Gang–Getriebe rühren moniert werden.

Die Brembo-Bremsen mit den hübschen roten Sätteln sind sporttauglich, überraschen mit einem unglaublichen Initialbiss und halten auch härtesten Bremsungen (am Test-Tag hatte es 34° C) Fading-frei stand.

Das Platzangebot ist für zwei Personen bis 1,85 ausreichend, allerdings wäre es schön, wenn das Lenkrad nicht nur höhen- sondern auch längsverstellbar wäre. Hinten ist ausreichend Platz für ein bis zwei mittelgroße Teddybären, weshalb die Rücksitzbank irgendwie inkonsequent erscheint. Es wäre besser gewesen sie ganz wegzulassen. Gleiches gilt auch für die unauffällige Schaltanzeige, die in einem Sportgerät wie dem Competizione leicht deplatziert wirkt. Über den Spritverbrauch wollen wir nicht reden, der wird unter Fun-Faktor abgehakt. Es gibt viel Schlimmeres.

Der Motor lebt extrem beengt und heizt die Motorhaube so auf, dass man sich an Sommertagen beim Öffnen die Finger verbrennt, erfreut aber mit einem schönen, roten Ventildeckel mit Abarth-Skorpion-Logo.

Einen Kofferraum gibt es, aber reden wir lieber von wichtigeren Dingen, wie der ausgezeichneten Einparkhilfe, die nicht nur sehr dezent piepst sondern auch grafisch im Hauptdisplay den Abstand anzeigt.

Der Innenraum ist schlicht, schwarz und sportlich, manche Schalter wirken ein wenig verstreut, aber das sind alles Kleinigkeiten. Klimaautomatik und elektrische Fensterheber sind selbstverständlich und alles funktioniert unauffällig. Wer den Abarth, den wir dankenswerterweise unbürokratisch und kurzfristig von der Motor Village in der Wiener Schönbrunnerstraße zum Test erhalten haben, als das sieht was er ist, nämlich ein reines Fun-und Sportgerät, der wird mit ihm glücklich werden. Wer auch nur geringste Komfortansprüche hat, wird nach längstens 45 Minuten auf unseren bekannt schlechten Straßen das Handtuch werfen und vielleicht eine weniger sportliche Ausbaustufe wählen.

Competizione immer gerne, aber sicher nicht für jeden.

Ciao Abarth 595!

Autor: S.Terenyi

PS: Über einen Kommentar ganz unten zum Bericht und / oder Autor würden wir uns sehr freuen!

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