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Chiptuning – Gedanken zur Leistungssteigerung

31. Januar 2016 von
Chiptuning – Gedanken zur Leistungssteigerung BMW Austria GmbH (Symbolfoto für diesen Beitrag)

30 PS mehr um 130.- Euro oder warum ein Turbomotor schon mal explodiert!

Gleich vorweg, es werden hier nur technische Aspekte besprochen. Ob ein Chiptuning legal, eintragungspflichtig oder der Versicherung zu melden ist, soll heute nicht unser Thema sein.

Vielmehr geht es um technische Aspekte und um allerlei Behauptungen die man in diesem Zusammenhang immer wieder hört. Wir werden weder für noch gegen Chiptuning votieren, aber versuchen wichtige Punkte aufzuzeigen.

Es dürfte bekannt sein, dass weit über 90% aller Fahrzeuge die eine Leistungssteigerung durch Chiptuning erfahren, Fahrzeuge mit Turbomotoren sind. Davon wieder sind ein Großteil Dieselfahrzeuge. Fahrzeuge ohne Turbo können zwar auch optimiert werden, allerdings ist die Leistungsausbeute üblicherweise eher gering. Das Ausnahmen die Regel bestätigen lassen wir so stehen.

Wo also kommt die Leistung her? In erster Linie durch anheben des Ladedrucks. Natürlich wird bei seriösen Anbietern noch eine Fülle anderer Parameter verändert, doch dazu später. Höherer Ladedruck bedeutet höhere Leistung. Und alleine aus dieser sehr bodenständig-einfachen Behauptung lässt sich ein Fakt ableiten. Chipgetunte Fahrzeuge sind einer höheren Belastung ausgesetzt. Das wirkt sich negativ auf die Lebensdauer des Motors aus. Punkt. Nicht einmal der Versuch dies diskutieren zu wollen ist legal. Es ist eben so. Allerdings, darf berechtigt diskutiert werden, dass es darauf ankommt wie stark sich das Chiptuning auf die Lebensdauer auswirkt. Zwei fette Kinder auf der Rücksitzbank wirken sich theoretisch auch negativ auf die Motorlebensdauer aus.

Jemand der normal fährt und die Mehrleistung nur selten bis gar nicht nutzt wird kaum Einbußen bei der Lebensdauer in Kauf nehmen müssen. Fahrer mit Bleifuß und mit laienhaft gechippten Fahrzeugen können Motoren innerhalb kürzester Zeit zum Exodus führen. Das führt uns zurück zur Frage, was denn da so alles verändert wird beim Chiptunen. Wie gesagt, in erster Linie wird der Ladedruck angehoben, ohne Turbolader wären Leistungssteigerungen von bis knapp über 30% gar nicht möglich. In weiterer Folge werden noch viele andere Parameter verändert, zwei der wichtigsten wollen wir kurz ansprechen. Einmal die Einspritzmenge und dann noch den Einspritzdruck. Normalerweise geht eine Ladedruckanhebung mit einer Erhöhung der Einspritzmenge einher und als zusätzlich positives Ereignis wird der Einspritzdruck erhöht. Auch die Öffnungszeiten der Einspritzdüsen spielen eine entscheidende Rolle und werden verändert. Unser Basismotor bekommt also mehr Ladedruck, mehr Kraftstoff, eventuell besser zerstäubt und veränderte Zündkurven. Um nicht zu sehr ins Detail gehen zu müssen, belassen wir es hierbei. Unser Serienmotor erstarkt also durch Änderungen an seinen Aggregaten. Der Motor selbst wird ja nicht verändert. Kolben, Pleuel, Kurbeltrieb, Ventile, Nockenwellen usw. bleiben serienmäßig. Das mit höherer Leistung auch höhere Verbrennungsdrücke, höhere Abgastemperaturen, höhere Raildrücke usw. verbunden sind, nun dazu braucht man kein Motorenbau-Studium. Und folglich steigt auch die mechanische Belastung des Motors wenn die Mehrleistung genutzt wird. Damit hat sich die Lebensdauerfrage selbst beantwortet. Allerdings muss zwischen seriösem Chiptuning und weniger seriösem Chiptuning unterschieden werden. Es empfiehlt sich daher einen seriösen, bekannten Anbieter aufzusuchen oder – was selten aber doch vorkommt – ein werksseitig angebotenes Chiptuning machen zu lassen. Beides ist natürlich erheblich teurer als 130-Euro-Angebote aus dem Internet von irgendwelchen Ein-Mann-Betrieben.

Seriöse Chiptuner achten darauf, dass die Leistungserhöhung sinnvoll stattfindet und auch verkraftet werden kann. Daraus entsteht auch die Frage der Tuner nach der Laufleistung. Fahrzeuge mit über 90.000 km sind eine schlechte Basis, da hier Antriebswellen, Gelenke, Getriebe usw. schon deutlich weniger gut beieinander sind als bei einem Fahrzeug mit 15.000 km. Man darf ja nicht vergessen, dass mit der Leistung auch das Drehmoment ansteigt. Teilweise sogar recht ordentlich. Das hat schon manches DSG Getriebe eines bestimmten, deutschen Herstellers gekillt. Auch sind die Turbolader nach 90.000 km ihrem Ende schon näher. Vernünftiger Weise sollte man also das Tuning auch auf die Laufleistung abstimmen. Dann sollte das auch über viele tausend Kilometer klappen.

Zum Schluss noch ein paar Urban Legends. Die Tuner geben ja Garantie, was soll da schon schief gehen? Ganz einfach, man sollte sich die Garantiebestimmungen genau durchlesen. Wenn man dann bemerkt, dass der Tuner einen Motorschaden nur dann bezahlt bzw. auf seine Kosten repariert wenn der Schaden nachweislich durch seine Änderungen entstanden ist, spätestens dann ist klar: das ist Augenauswischerei. Wie wollen Sie denn feststellen warum ihr Turbolader explodiert ist? Oder anders gefragt, wie wollen sie das beweisen? Haben sie ein technisches Labor in dem Materialprüfung durchführbar ist? Wohl kaum. Damit sind derlei Garantien im Ernstfall wohl nutzlos.

Eine weitere gerne erzählte Legende ist, dass Fahrzeuge mit scheinbar gleichen Motoren aber unterschiedlicher Leistung ausgeliefert werden um in den entsprechenden Ländern den Bestimmungen zu entsprechen. Wenngleich es auch Fahrzeuge gibt die lediglich über die Software in der Leistung gedrosselt werden, sollte man nicht vergessen, dass viele Hersteller scheinbar gleiche Basismotoren verwenden deren Innenleben aber anders ist. Nehmen wir einmal den 2 Liter Basismotor eines europäischen Autoherstellers. Diesen gibt es in mehreren Leistungsstufen mit Unterschieden von über 40 oder 50 PS. Was die Tuner aber nicht wissen ist die Tatsache, dass das schwächste Modell weit billigere Kolben und Lager hat als die anderen Modelle. Wer jetzt glaubt, dass man mittels eines einfachen Checks der Ersatzteilnummern schlauer wird, der irrt. Denn es gibt für diese Motoren als Ersatzteil nur den teuersten, also besten Kolben. Damit ist die Aussage, dass der schwächere Motor locker die Mehrleistung des Stärksten verträgt ausgesprochen fragwürdig. Im schlimmsten Fall tritt dann ein Motorschaden auf dessen Ursachen zu hoher Verbrennungsdruck und / oder zu hohe Brennraumtemperaturen waren, was sie aber nicht beweisen können.

Gänzlich anders verhält es sich, wenn ein Hersteller in seinem eigenen Zubehörprogramm eine Leistungssteigerung mittels Softwareanpassung anbietet. Das passiert nämlich nur dann, wenn der Hersteller weiß, dass das zu tunende Modell diese Leistung locker verkraftet. Deswegen sind derlei getunte Fahrzeuge auch mittels Werksgarantie abgesichert.

Zum Schluss noch einmal ganz ausdrücklich die Warnung vor windigen Anbietern wo Mitarbeiter mit dem Laptop unterm Arm auftauchen. Gönnen sie ihrem Fahrzeug lieber die Betreuung bei einem seriösen Tuner, der auch über einen eigenen Standort verfügt und der in der Szene bekannt ist. Lieber öfters fragen und ein wenig recherchieren als einen Motorschaden riskieren! Gerne beraten auch wir Sie in einem persönlichen Gespräch zu den Möglichkeiten an Ihrem Fahrzeug.

Autor: S.Terenyi

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3 Kommentare

  • Chris
    09. Februar 2016 von Chris

    nicht nur die Leistung erhöht, sondern auch hat der Verbrauch gesenkt. Danke

  • Rene
    12. Februar 2016 von Rene

    Das mit der KM Laufleistung von 15K km noch gut ist SW zu machen, bei 90K km + nicht mehr eine gute Basis hat, ist aber etwas daneben gegriffen.
    Die meisten Hersteller haben eine 2-5J Garantie und der grossteil greifen erst danach die Kunden zum SW Tuning. Nehmen wir an Pro Jahr fährt der Durchschnitt 15-20K km mit seinem Neuwagen.
    Nach 3J wären dann schon 45K km bzw 60K km am Tacho. Von 5J möchte ich gar nicht erst sprechen.
    Viele kaufen sich ihrem Traumwagen gebraucht die schon ca 30-50K km drauf haben und nicht jeder ist bereit gleich direkt beim kauf ein SW Update machen zu lassen.
    Daher kommen wir wieder auf Ihre schlechte 90K km basis Studie.
    Der Größte Punkt allerdings kommt jetzt.
    Ich nehme zb eine A Klasse A45 AMG zur Hand, mit 2L 4Z und mittlerweile ca 380 ps.
    Ein komplett anderes Beispiel wäre der GTR MK1 mit 486 ps. 3,8L 6Z.
    Beim AMG gehen ev noch 30-40 ps ohne HW Änderung. Bei diesem möge Ihr Beispiel zutreffen. Beim GTR gehen OHNE Turbotausch ca 650 ps, mit E85 sogar knapp 700 ps.
    Daher kommt es immer drauf an, wie viel Reserven sind verfügbar.
    90K km am GTR sind ein klacks, es gibt getunte in Ö mit 200-250K km ;).
    Pauschal darf man das nicht sagen mit 15K km positiv, mit 90K km bedenklich.
    Kommt auf das Fahrzeug drauf an.
    lg

  • Tuning-Experte
    07. April 2016 von Tuning-Experte

    Den Bericht kann man absolut nur zustimmen und folgendes Beispiel anführen:

    Der VW 1.9 TDI ist bis heute eines der beliebtesten Diesel-­Tuning-­Opfer. Ab Werk zu finden mit 90, 100, 110, 115, 130, 150 PS. Somit müsste der 90 PS ­Motor auch 150 PS vertragen? Kann er aber definitiv nicht !!! VW hat mit jeder Leistungsstufe Turbolader, Einspritzdüsen und Ladeluftkühlung verändert.

    Sogar das Material der Kurbelwellen sowie des Gusseisens für den Motorblock sind nicht identisch, ab 115 PS wird es immer hochwertiger. Die Blöcke sehen zwar gleich aus, sind es aber nicht.

    Saluti.

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