Need4Speedthe speed company

Fahrbericht Alfa Romeo Giulia QV

18. Oktober 2016 von
Fahrbericht Alfa Romeo Giulia QV Need4Speed Lifestyle GmbH

Die Rückkehr des Kleeblattes oder warum „Geschmack macht einsam!“ heute nicht mehr stimmt.

Wer sich mit Alfa Romeo beschäftigt hat wird feststellen, dass die letzten Jahre etwas mager hinsichtlich herzerwärmender Gerätschaft waren. Insbesondere was Aha-Effekte betraf. Es gab, wenn man den 159er und den Brera einmal beiseitelässt, keine Highlights beim Design. Und 8C wie 4C liegen designtechnisch weit weg von einem leistbaren Alltagsfahrzeug. Das wird mit der Giulia nun anders, sie schlägt mit 4 Türen und einem wunderbaren Design mitten ins Herz. Endlich wieder ein Alfa wie er sein soll. Und vom Topmodel QV abgesehen ist die Giulia kostenseitig auf Augenhöhe mit der Konkurrenz.

Und weil wir ja eher auf Speed stehen, haben wir uns natürlich die stärkste Giulia, die QV geschnappt und einem kurzen Fahrtest unterzogen. Unser Dank geht an dieser Stelle an die Motor Village Austria in Wien für die unbürokratische Überlassung des Presse-Test-Fahrzeuges.

QV, sie wissen es, steht für Quadrifoglio (grünes Kleeblatt) und war schon immer das Zeichen für Sportlichkeit bei Alfa. Und sportlich ist die Giulia QV wirklich. Der 2,9 Liter 90°-V6–Bi-Turbo schickt 510 kerngesunde Pferde an die Hinterachse und stresst so die 285er Pirelli P Zero’s auf den wunderschönen 19 Zoll Alufelgen.

Die Giulia strahlt jedoch beides, Eleganz und Sportlichkeit aus. Das Interieur mit den Schalensitzen mit karbonverkleideten Rücklehnen, das knackige Sportlenkrad mit rotem Startknopf und ein Tacho bis 330 sind nur einige Nettigkeiten. Leichtmetall und Karbon soweit das Auge reicht und selbst dort wo man nicht gleich hin schaut. Eine hauchdünne Alu-Motorhaube mit stabilisierender Innenverkleidung aus Karbon, Alu-Türen und Dachhaut etc. rechtfertigen sich durch Gewichtsreduktion. 1.525 kg Leergewicht sind ein Wort.

Wenn man sich im Innenraum umsieht bemerkt man, dass die Verarbeitungsqualität der deutschen Konkurrenz (BMW M3, AMG C63) Kopfschmerzen bereiten wird. Denn nie zuvor haben wir einen besser verarbeiteten Alfa gesehen. Selbst die Spaltmaße, bisher eher schleissig, passen wunderbar und das ganze Fahrzeug hinterlässt einen höchst positiven Eindruck. Gut, bei 94.157 Euro (Testwagenpreis, Basispreis € 85.900.-) darf man das auch erwarten.

Die Giulia QV bietet einen Haufen elektronischer Helferlein und auch der aus dem 4C bekannte DNA Schalter für die drei Fahrmodi ist wieder vorhanden und regelt Dämpfung, Motorcharakter, Lenkung usw. Sämtliche technischen Details zu beschreiben würde ein Buch füllen und darum sprechen wir nur über die wirklich verblüffenden Dinge, wie den Frontspoiler namens Active Aero Splitter der sich je nach Geschwindigkeit und Kurvenspeed automatisch richtig positioniert und so für mehr Gripp an der Vorderachse sorgt. Oder das Torque Vectoring System in Verbund mit dem Sperrdifferenzial, welches im Bedarfsfall bis zu 100% der Antriebskraft auf ein Rad leiten kann. Das die Kardanwelle aus Karbon ist, ist schön zu wissen. Leider sieht man dieses High-Tech-Teil eher selten. Verblüffend auch, dass die Serienfelgen aus unserer Sicht weitaus schöner sind als die aufpreispflichtigen Felgen im bekannten Wählscheibendesign.

Nun aber zum Wichtigsten. Wie fährt die Giulia QV? Nun, sie fährt wie man will zwischen gemach und teuflisch schnell. Man kann Mutti zum Einkaufen damit schicken, es empfiehlt sich dann aber die 8 Gang-Automatik zu wählen. Das 6-Gang-Getriebe unseres Testwagens, welches ausgezeichnet und super funktionierte in Kombination mit der bissigen Kupplung, könnte Mutti in der Stadt schon etwas fordern. Zum Einkaufen fahren stellt man den DNA Schalter auf A, genießt sanftes Ansprechen von Motor, Fahrwerk und Lenkung und macht im Teillastbereich aus dem 6 Zylinder einen sparsamen 3 Zylinder. Dank ausgeklügelter aber nicht neuer Technik, schaltet die Giulia gelegentlich eine Zylinderbank weg und mutiert so zum Sparmeister.

Und wenn man Spaß will? Nun bei Bedarf reißt es die Giulia aus dem Stand in 3,9 Sekunden auf 100 km/h. Das ist zwar ein Top-Wert aber viel beeindruckender ist es was ab ca. 150 km/h passiert wenn der rechte Fuß das Pedal permanent ins Bodenblech drückt und fleißig im leicht zu schaltenden 6-Gang Getriebe gerührt wird. Die Giulia wird quasi hinter dem Motor her gesaugt, Cpt. Kirk hätte gesagt „mindestens Warp 2“. Es braucht also eine längere Gerade denn die Giulia hackt die 200 km/h Mauer quasi aus dem Handgelenk um und da sind noch ein paar Gänge übrig! Wo soll das Enden? Nun, es endet knapp vor Tacho 320! Dort nämlich wird die mit 307 km/h angegebene Bauartgeschwindigkeit – wie wir diesen Amtsjargon lieben – erreicht.

Der mit echten Ferrari-Genen belebte Motor ist extrem drehfreudig und lächelt über den roten Bereich bei 6.600 wenn er bei 7.300 in den Begrenzer fährt und es aus dem Auspuff knallt wie bei einem Tourenwagen.

Im flotten Landstraßenmodus empfiehlt sich die Stellung D des DNA Schalters. D wie Dynamic wirkt sich auch auf die Dämpferabstimmung aus, was durch zusätzliche Härte sofort wahrgenommen wird. Die extrem direkte Lenkung hat uns richtig begeistert und die Giulia entwickelt einen Kurven-Gripp an der Vorderachse der wirklich überaus bemerkenswert ist. Ob dies der idealen Lastverteilung von 50:50 geschuldet ist oder der ausgeklügelten Vorderachse mit dem Aeros Splitter können wir nicht sagen.

Gelegentlich versuchen die 600 Nm Drehmoment das Heck auf Bodenwellen und selbst auf geraden Straßenabschnitten aus der Spur zu reißen. Dann wirkt die Elektronik dem möglichen Abgang in die Botanik wirksam entgegen. Wenn es sein muss auch harsch. Grundsätzlich aber sind die Fahrhilfen dezent, also sehr sportlich programmiert.

Störend empfanden wir, dass bei harten Anbremsmanövern die Warnblinkanlage wie wild zu blinken beginnt. Das soll verhindern, dass der Hintermann auffährt und wird als Sicherheitsfeature verkauft. Nervig ist es trotzdem. Das die Giulia 100 km/h in nur 32 Metern vernichtet sagt mehr als tausend Worte. Die Keramik-Karbon-Bremsscheiben sind eine Wucht und sind größer als die Räder eines Kleinwagens. Die Bremsleistung ist auf Rennwagen-Niveau und das ABS setzt extrem spät ein. Note 1 plus.

Die erreichbaren Kurvengeschwindigkeiten sind sehr hoch und die Giulia dürfte auf weitläufigem Terrain ein unerbittlicher Gegner für M3 und Co sein. Im engen Winkelwerk ist die Giulia noch immer schneller als 90% der anderen Fahrzeuge aber es wird dann harte Arbeit am Volant und erfordert physikalisches Basiswissen gepaart mit ausgezeichneten Reflexen. Die Leichtigkeit eines 4C oder eines Lotus Exige ist großen Sportlern naturgemäß nicht gegeben, ihre Stunde schlägt auf schnelleren, weitläufigeren Strecken. Da ist die Giulia ein Geschoß mit höchstem Spaßfaktor und hat dabei 4 Türen und es lässt sich auch im Fond gut sitzen wenn die Frontleute keine Hünen sind. Der Verbrauch hält sich übrigens wirklich in Grenzen. Wir haben nicht gemessen aber unter Berücksichtigung der Art und Weise wie wir die Giulia bewegt haben können wir sagen, wirklich zufriedenstellend.

Optisch ist die Giulia QV ein echter Burner und schafft den Spagat zwischen dezenter Schönheit und aggressivem Styling. Toll was die Designer hier auf die Räder gestellt haben. Wie wir diese kleinen Echtkarbon-Wings an den Flanken lieben. Oder die Luftauslässe in der Motorhaube, den qualitativ extrem hochwertigen, kleinen Karbonspoiler. Ein schönes Gesamtbild, das letztendlich von jenem Teil dominiert wird, den die meisten von uns fast immer zu sehen bekommen werden. Dem Heck. Es erinnert an Ferrari und Maserati und wird von einem riesigen Diffusor und der 4-Rohr-Auspuffanlage dominiert. Es strahlt martialische Härte aus, fast einen Tick zu viel für den eher auf Understatement getrimmten Look.

Apropos Auspuff. Die Giulia ist mit einer Klappenanlage ausgerüstet die je nach Fahrmodus das Geräusch kerniger erscheinen lässt. Und jetzt müssen wir ein wenig nörgeln. Die Anlage hat nur im Race-Modus, von dem wir auf der Straße dringendst abraten, einen feinen Sound. In den anderen Fahrmodi ist das einfach zu leise. Das kann der 4C besser. Wir hoffen inständig, dass Capristo – seines Zeichen der Meister der qualitativ hochwertigen Auspuffe - bald eine entsprechende Auspuffanlage bauen wird um dem Alfa den Sound zu geben den er auch wirklich verdient. Übrigens, der Motor-Sound ist zwar sehr schön, lässt aber diverse Vermutungen über die Zylinderzahl zu, denn er klingt nicht typisch nach 6-Zylinder V-Motor.

Nachdem wir über den Auspuff genörgelt haben, hätten wir noch zwei Einwände. Die Verarbeitungsqualität ist spitze, die roten Nähte auf dem belederten Armaturenbrett sind sensationell gleichmäßig, die Karbonteile sind derart hochwertig das simple Gemüter glauben könnten es sei Imitat, das Infotainment-System ist logisch, der Bildschirm von höchster Qualität und was sehen wir dann? Den unteren Teil der Türverkleidungen. Dieser Kunststoffteil scheint von Dacia entliehen zu sein oder von einem russischen LKW. Leute, die Giulia ist mit knapp 100 K Euro kein Moped Auto. Bitte, bitte beim Modellupdate nachbessern. Und, das schönste Markenemblem der Welt auf dem Lenkrad in schwarz-weiß ist ein böser Fauxpas! Wir hätten es gerne farbig wie sich das für das Stadtwappen von Mailand gehört. Basta!

Autor: S.Terenyi

PS: Über einen Kommentar ganz unten zum Bericht und / oder Autor würden wir uns sehr freuen!

Sie haben noch weitere Fragen?
Dann nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf - sehr gerne stehen wir Ihnen auch in einem persönlichen Gespräch zur Verfügung.

Hinweis: Exklusive Mietfahrzeuge & Motorsport Incentives
Wir bieten Ihnen die Chance Supersportler & Rennfahrzeuge für sich selbst zu entdecken. Erfahren Sie mehr über Ihre Möglichkeiten bei unseren Incentives oder unseren Mietfahrzeugen. Entscheiden Sie selbst was es für Sie werden soll.

Medien

Quelle YouTube

Das könnte Sie auch interessieren:

Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten

auf den spuren von 007 james bond in spectre

winter sale

 


IHR BLOG

Sie haben ein passendes Thema oder Produkt für unseren Blog? Dann klicken Sie bitte >> hier <<.


Newsletter

Wir versorgen Sie monatlich mit allen Neuigkeiten, Events und Aktionen aus der Welt von Need4Speed.

captcha 


User Login

Facebook

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.